Mit dem Jahreswechsel wurde der CO2-Preis angehoben – mit Folgen für die Verbraucher.
Spürbar wird er für Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem an der Tankstelle und beim Blick in die Heizkostenabrechnung: der CO2-Preis. Zum Jahreswechsel steigt er erneut, das soll dem Klimaschutz dienen.
Was ist der CO2-Preis?
Seit 2021 gibt es in Deutschland den CO2-Preis für Heiz- und Brennstoffe. Mit einer schrittweise steigenden Kohlendioxid-Bepreisung soll ein Anreiz für mehr Sparsamkeit sowie zu einem Umstieg auf klimafreundliche Technologien gesetzt werden, um CO2-Emissionen zu verringern. Die Kosten werden an die Endverbraucher weitergegeben. Mit einer steigenden CO2-Bepreisung verteuern sich das Tanken mit Benzin und Diesel sowie das Heizen mit Erdgas und Öl.
Derzeit ist der Preis noch gesetzlich vorgegeben, in Zukunft soll er sich aber aus dem EU-Emissionshandel ergeben. Dabei müssen große Unternehmen, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkaufen, Emissionszertifikate vorweisen. Nach Bedarf können sie damit untereinander handeln. So entsteht ein Preis für jede ausgestoßene Tonne CO2. Über die Jahre sinkt die Zahl der verfügbaren Zertifikate – dies soll auf möglichst effiziente Art zu mehr Klimaschutz führen.
Was passiert im kommenden Jahr und danach beim CO2-Preis?
Mit dem Jahreswechsel ist der CO2-Preis von zuletzt 55 Euro pro Tonne auf 55 bis 65 Euro pro Tonne gestiegen. Es gibt nun also einen Preiskorridor, innerhalb dessen die CO2-Zertifikate ersteigert werden können. Der Start der Auktionen ist dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge derzeit für Juli des Jahres 2026 vorgesehen und soll bis Ende Oktober einmal pro Woche an der Leipziger Energiebörse stattfinden.
Wenn die Nachfrage bei den Versteigerungen nicht gedeckt werden kann, können weitere Zertifikate zu einem höheren Preis von 68 Euro erworben werden.
Ein Jahr später, ab 2027, sollten Brennstoffe wie Benzin und Erdgas eigentlich auch in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden, der Preis würde sich dann also durch Angebot und Nachfrage bilden. Doch nun kommt dieser Schritt wahrscheinlich erst 2028. Darauf haben sich Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten vor Kurzem verständigt. Damit sollen große Preissprünge für Verbraucher beim Tanken und Heizen vorerst vermieden werden.
Mit welchen Preisen müssen Verbraucher rechnen?
Autofahrer müssen beim Tanken tendenziell tiefer in die Tasche greifen. Der ADAC rechnet für das kommende Jahr mit einem Anstieg des Benzinpreises um knapp drei Cent pro Liter und etwas weniger als drei Cent pro Liter beim Diesel.
Zu den Heizkosten für Öl und Gas heißt es beim Bundesverband der Verbraucherzentrale (VZBV): „Wir halten es für wahrscheinlich, dass sich der Preis eher am oberen Ende einpendelt.“ Dadurch könne Heizöl im nächsten Jahr etwa drei Cent pro Liter mehr kosten. Erdgas werde wahrscheinlich um etwa 0,3 Cent pro Kilowattstunde teurer. „In einem typischen, wenig sanierten Einfamilienhaus mit Gasheizung und rund 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ergeben sich dadurch ungefähre jährliche Mehrkosten von rund 50 Euro gegenüber dem Vorjahr.“
Was sollte man als Mieter beachten?
Bei Gas- und Ölzentralheizungen wird der CO2-Preis zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Je energieeffizienter ein Haus ist, desto höher ist der Anteil, den Mieter tragen müssen. In schlecht gedämmten Gebäuden mit ineffizienter Heizung zahlen Vermieter hingegen den Löwenanteil. Vermieter müssen den CO2-Preis in der Nebenkostenabrechnung transparent ausweisen, erklärt der VZBV. „Mieter sollten also unbedingt darauf achten, dass der Energieverbrauch, die anfallenden CO2-Kosten und die Aufteilung in der Abrechnung nachvollziehbar ausgewiesen sind. Ist dies nicht der Fall, sollten Mieter sich beim Vermieter melden und eine Korrektur der Abrechnung verlangen.“
Eigeninitiative ist bei Gasetagenheizungen mit eigenen Gasverträgen gefragt. Hier stellt der Versorger dem Mieter zunächst den vollen CO2-Preis in Rechnung, dieser kann dann vom Vermieter die Erstattung seines Anteils verlangen, führt der VZBV aus.
Was passiert mit den Einnahmen?
Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen in den Klima- und Transformationsfonds. Dieser ist eigentlich für die Umstellung auf ein klimafreundlicheres Wirtschaften gedacht. Allerdings werden damit auch andere Kostenpunkte finanziert, wie zum Beispiel der ab Januar geplante staatlich subventionierte niedrigere Industriestrompreis.
